Wirtschaftliche Randbedingungen

Wirtschaftliche Randbedingungen

Im Folgenden wird der Einsatz der Solar-VHF als ergänzende Wärmequelle betrachtet, da die Anwendung als alleinige Wärmequelle noch Gegenstand aktueller Untersuchungen im Projekt ist und noch nicht in realen Gebäuden erprobt wurde. In dieser Konfiguration ermöglicht es die Solar-VHF die ursprüngliche Quelle der Sole-Wärmepumpe (Erdsondenfeld bzw. Erdkollektor) zu reduzieren. Neben einer Entlastung durch die direkte Nutzung als Quelle kann zusätzlich überschüssige Wärme in den Sommermonaten für die Regeneration der Erdsonden bzw. des Erdreiches bereitgestellt werden. So wird auch noch nach mehrjährigem Betrieb eine hohe Sonden-Austrittstemperatur gewährleistet.

Folgendes Diagramm zeigt beispielhaft den Einfluss der thermisch aktivierten Fassadenfläche auf die erforderliche Sondenlänge. Der grau schraffierte Bereich stellt dabei Kombinationsmöglichkeiten dar, welche für den dauerhaften Betrieb der Anlage nicht geeignet sind. Alle Systemkombination außerhalb des grauen Bereichs sind aus technischer Sicht geeignet.

Diagramm-Legende:
Grau schraffiert Wärmepumpen-Quelle zu klein dimensioniert
Grenzlinie Kombination aus Fassadenfläche und Sondenlänge, die eine ausreichend dimensionierte Quelle für die Wärmepumpe darstellen
Weißer Bereich höhere System-Effizienz (JAZ-Wärmepumpe), jedoch auch höhere Investitionskosten.
Punkt Kombination Solar-VHF/Erdsonden mit den minimalen Investitionskosten (abhängig von den spez. Erstellungskosten)


Erläuterung des Diagrammes:
Ohne Solar-VHF wäre z.B. ein Erdsondenfeld mit einer gesamten Länge von 600 m notwendig. Die minimal erforderliche Sondenlänge würde in diesem Beispiel 100 m betragen und eine Solar-VHF Fläche von 250 m² erfordern. Die aus wirtschaftlicher Sicht optimale Kombination aus beiden Quellen liegt dabei auf der Grenze zwischen dem grauen und dem weißen Feld (Grenzlinie). Der Punkt der minimalen Investitionskosten hängt hierbei von den spezifischen Kosten der Solar-VHF und der Erdsonden ab.

Systemkombinationen im weißen Bereich ermöglichen einen effizienteren Anlagenbetrieb (höhere Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe). Die dadurch erzielten Reduzierungen in den Betriebskosten amortisieren jedoch in den meisten Fällen kaum die höheren Investitionskosten. Für eine detailliertere Aussage sind differenziertere Betrachtungen notwendig (Entwicklung Energiepreis, Gebäudesimulationen, etc.).

Abbildung: Beispielhaftes Diagramm zur Darstellung eines Investitionskostenoptimums (Quelle ISFH)

Kostenübersichtstabelle

FASSADE [€/m²]
(ohne Gerüstkosten)
Referenz
WDVS
Beton
VHF
Beton
Solar-VHF
Dämmung, inkl. Montage
(180mm Mineralwolle)
300.- 70.- 70.-
Bekleidungselement
(Planung, Fertigung + Lieferung)
-- 350.- bis
400.-
455.- bis
505.-
Montage Bekleidungselement
-- 110.-
(inkl. Kran)
130.-
(inkl. Kran)
Summe 300.- 530.- bis
580.-
655.- bis
705.-
Die Kosten für die Verrohrung der Solar-VHF (Fassadenelemente bis zur Quellenseite der Wärmepumpe) hängen stark von den örtlichen Gegebenheiten ab.

Fördermöglichkeiten

Um die Wirtschaftlichkeit der Solar-VHF umfänglich zu betrachten, sind diverse Fördermöglichkeiten in Betracht zu ziehen. Hier ist jedoch eine Beratung durch z. B. einen Energieeffizienz-Experten angebracht. Unter folgenden Verweisen finden Sie die Grundlagendokumente der Bundesförderung Energieeffiziente Gebäude BEG, die die Förderfähigkeit der Solar-VHF (als Quelle einer Wärmepumpe) beschreiben und auf denen die Förderprogramme der KfW sowie der BAFA beruhen.

  • "Richtlinie für die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM)" vom 21.12.2023, veröffentlicht am 29.12.2023 im Bundesanzeiger – Gegenstand der Förderung sind Wärmepumpe und Quelle (vgl. auch Infoblatt unten) sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Anlageneffizienz, z.B. Steuer und Regelungstechnik (Kap. 5, S.5 u.6) [Quelle: www.kfw.de/458-richtlinie, abgerufen 28.04.2024]
  • Bundesförderung für effiziente Gebäude: Infoblatt zu den förderfähigen Maßnahmen und Leistungen – Sanieren (Kap. 4.1.3, S.21) „Solarthermische Kollektoren (alle Bauarten)“ [Quelle: Infoblatt zu den förderfähigen Kosten, abgerufen am 01.05.2024]

Neben einer möglichen Förderung nach BEG kann prinzipiell die Prüfung von weiteren Förderungsmöglichkeiten auf Ebene der Länder sowie der Kommunen angeraten werden, da diese oftmals mit der BEG kombiniert werden können.